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  • Tom Bodnar

Saarbrücker Zeitung - Ausgabe 23.06.2022

Artikel: "Kanadier hat große Pläne in Quierschied"


Kanadier hat große Pläne in Quierschied

Die Firma „E.T." will den Glasfaserausbau in Deutschland vorantreiben. Und hat dabei offenbar einen echten Bauprofi aus Kanada als Chef.

Das Führungstrio steht vor der Einfahrt zum Firmengelände: Dirk Lappeßen (rote Mütze), Tom Tibor Bodnar (gelbe Mütze) und Thomas Hoppstetter. FOTO: BECKERBREDEL


QUIERSCHIED „E.T." ist der Name eines außerirdischen Hollywoodhelden von Ste­ven Spielberg aus dem Jahr 1982. Der Science-Fiction-Film erzählt die Geschichte eines zurückgelassenen Aliens, der eine rührende Verbindung mit einem Zehnjäh­rigen eingeht. Die gleichnamige Firma „E.T." in Quierschied hat damit erst einmal gar nichts zu tun. Aber auch hier ist die Geschichte eines von weither Zugereisten zu erzählen. Es beginnt mit Tom Tibor Bodnar. Der 70-Jährige sieht wie ein Altrocker aus, er spricht Englisch und kommt aus Kanada. Sein Büro nennt er „seine Höhle", sein Betrieb im Quierschieder Gewerbegebiet, in dem er gerade alle Nachbarn zum Kinder- und Nachbarschaftsfest eingeladen hat, zählt 20 Mitarbeiter. Glasfaser­netze baut die Firma, die gerade den Firmensitz von Stuttgart nach Quierschied verlegt hat. Bodnar, in Serbien geboren, nennt sich einen „Self-Made-Millionär". Er habe einst das größte Bauunternehmen Kanadas besessen, war in Toronto zugelassener Bausachverständiger und sei im Alter nach Spanien ausgewandert, der Wärme wegen. ,,Dort lernte ich junge deutsche Handwerker kennen. Ich gab ihnen Gründungsdar­lehen und kaufte ihnen Maschinen. Ich war als Business Angel unterwegs. Dann übernahm ich in Stuttgart eine dieser Firmen", sagt Bodnar. Allerdings habe er in Stuttgart nie Freunde gefunden, die Menschen hätten ihn nie wirklich an sich her­angelassen.


Dann habe er sich im Saarland um ein Bauprojekt beworben, den Glasfaserausbau in der Stadt Püttlingen im Auftrag der Energis. Den Auftrag habe er bekommen, auch weil er einen guten Preis geboten habe. ,,Da brauchten wir Platz, um die Ka­belrollen und die Baumaschinen zwischenzulagern, das kann man nicht von Stutt­gart aus tun." Dann sei er mit dem Unternehmen und auch privat nach Quierschied gezogen und habe die saarländische Lebensart erlebt. ,,Ich hatte nach kurzer Zeit richtig gute Freunde, ich mit gebrochenem Deutsch und die mit schlechtem Eng­lisch. Aber wir haben uns direkt verstanden'', erzählt er und stellt seine Pläne vor. Sein junges Unternehmen erarbeite sich gerade alle notwendigen Zertifizierungen nach DIN und stelle Leute ein. Ingenieure, Techniker, Tiefbauer, Meister, Polierer oder Vorarbeiter. Man suche viele Mitarbeiter. Denn von Quierschied aus wolle das Unternehmen den gesamten deutschen Markt erobern, Bodnar spricht heute schon von perspektivisch 1000 Mitarbeitern. Die Glasfasertechnologie verlege man in Püttlingen im Auftrag der Energis bis zu den Häusern, sein Unternehmen biete den Menschen aber auch den Service hinter dem Übergabepunkt an. ,,E.T." sorge auch für die Installationen im Haus und ver­treibe die dazu notwendigen Produkte der namhaftesten Hersteller. In Quierschied habe man eine diesbezügliche Ausstellung aufgebaut, die auch den privaten End­kunden offenstehe. ,,Wir haben ein gutes Team. Walter Kunz, der für Glasfaser­technologie bei der RAG zuständig war, arbeitet jetzt nach seinem Ruhestand bei uns. Er ist aus Quierschied. Ich hab ihn Garten an Garten kennengelernt", erzählt Bodnar. Thomas Hoppstetter aus Humes und Dirk Lappeßen aus Saarwelligen gehören zur Führungscrew. Dass auf dem Firmengelände ein Schwenker steht, versteht sich von selbst. Stolz ist man allerdings auf die technische Ausrüstung. ,,Wir mieten keine Werkzeuge", ist die Devise des Kanadiers. Jeder Bagger und jedes Werkzeug sei Fir­meneigentum, wobei man Baugeräte aus Kanada importiert und sogar selbstent-­ wickelte Baumaschinen nutze. ,,In Püttlingen machen wir es vor. Wo wir arbeiten, sehen die Wege und Straßen anschließend besser aus als vorher. Aufgerissene Geh­wege machen wir neu, Hydranten setzen wir passgenau wieder ein, das ist unser Markenzeichen", sagt der Ingenieur Lappeßen. ,,Wir verwenden dazu Maschinen, die das auch möglich machen." Mit dem Glasfaserausbau in Quierschied hat „E.T." nichts zu tun, das sei ein Projekt der Deutschen Glasfaser. In Kusel habe man vor Püttlingen gearbeitet. Jetzt mit Energis werde man aber auch Gas- und Wasserlei­tungen verlegen. Hauptgeschäft bleibt Glasfaser, die in Deutschland völlig unab­hängig von den Plänen der Quierschieder Firma zum Milliardenmarkt werden dürf­te. Bodnar will da mitspielen und seinen Kunden sagt er zu, dass sie nach der Mon­tage viel besser „nach Hause telefonieren" können, wie es einst Filmheld „E.T." sagte.




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